# MCP-Server

> Ein MCP-Server ist ein Programm, das nach dem Model Context Protocol Werkzeuge, Daten und Vorlagen eines Unternehmens oder Systems beschreibt und KI-Anwendungen erlaubt, diese kontrolliert aufzurufen.

Englisch: MCP server  
Aktualisiert: 2026-10-16  
Webfassung: https://artemislabs.ch/wissen/glossar/mcp-server

Im Model Context Protocol ist der Server die Seite, die etwas anbietet. Die KI-Anwendung, mit der ein Mensch arbeitet, verbindet sich als Client mit dem Server, fragt ab, welche Bausteine es gibt, und ruft sie bei Bedarf auf. Ein Server kann ein kleines Programm auf dem eigenen Rechner sein, das Dateien liest, oder ein Dienst im Netz, der für viele Nutzerinnen und Nutzer zugleich Anfragen an die Systeme eines Unternehmens weiterreicht.

## Was ein Server anbietet

Die MCP-Dokumentation nennt drei Arten von Bausteinen:

- **Tools:** Funktionen mit festgelegten Parametern, etwa `termine_pruefen(woche, thema)` oder `offerte_anfordern(produkt, menge)`. Tools können lesen oder etwas verändern.
- **Resources:** Inhalte, die als Kontext gelesen werden, etwa eine Preisliste, Geschäftsbedingungen oder ein Produktdatenblatt.
- **Prompts:** vorbereitete Abläufe, die eine Nutzerin gezielt auswählen kann.

Entscheidend ist die Beschreibung. Ein Modell liest Name, Zweck und Parameter eines Werkzeugs und entscheidet daraus, ob und wie es dieses verwendet. Unklare Beschreibungen führen zu falschen oder unnötigen Aufrufen.

## Lokal und entfernt

Lokale Server laufen auf demselben Gerät wie die KI-Anwendung und kommunizieren über stdio. Für Unternehmen relevanter sind entfernte Server, die über Streamable HTTP erreichbar sind. Mehrere Anbieter von KI-Assistenten, darunter Anthropic, dokumentieren, wie sich solche entfernten Server einbinden lassen.

## Gestaltungsfragen

Ein MCP-Server ist technisch oft eine dünne Schicht über einer bestehenden Schnittstelle. Die eigentliche Arbeit liegt in den Entscheidungen:

- Welche Werkzeuge gibt es überhaupt? Was nicht angeboten wird, kann kein Agent tun.
- Welche Aufrufe sind nur lesend, welche verändern etwas, und welche verlangen eine ausdrückliche Bestätigung der Kundin?
- Wie authentisiert sich ein Agent, und in wessen Namen handelt er?
- Welche Begrenzungen gelten für Häufigkeit und Umfang, und wie wird jeder Aufruf protokolliert?

Die Spezifikation macht dazu Vorgaben zur Autorisierung und empfiehlt, dass Menschen folgenreiche Aufrufe bestätigen können. Die Verantwortung für sinnvolle Grenzen bleibt beim Betreiber.

## Was das für ein Schweizer Unternehmen bedeutet

Für ein Schweizer Unternehmen ist ein MCP-Server die Stelle, an der festgelegt wird, was ein fremder Agent im eigenen Haus darf. Weil dabei oft Personendaten fliessen, gehören Hosting-Standort, Protokollierung und Zweckbindung von Anfang an in das Konzept, damit der Betrieb den Anforderungen des Datenschutzgesetzes genügt.

## Quellen

- [Model Context Protocol: Understanding MCP servers](https://modelcontextprotocol.io/docs/learn/server-concepts)
- [Model Context Protocol: Specification (Version 2026-07-28)](https://modelcontextprotocol.io/specification/2026-07-28)
- [Anthropic: Remote MCP servers](https://docs.anthropic.com/en/docs/agents-and-tools/remote-mcp-servers)

## Verwandte Begriffe

- [MCP (Model Context Protocol)](https://artemislabs.ch/wissen/glossar/mcp.md)
- [Agent Readiness](https://artemislabs.ch/wissen/glossar/agent-readiness.md)
- [A2A (Agent2Agent-Protokoll)](https://artemislabs.ch/wissen/glossar/a2a.md)
- [revDSG im KI-Kontext](https://artemislabs.ch/wissen/glossar/revdsg-ki.md)

## Weiter

- [Artemis Bridge: anschlussfähig sein](https://artemislabs.ch/leistungen/bridge)
- [Standortbestimmung](https://artemislabs.ch/standortbestimmung)
- [Glossar](https://artemislabs.ch/wissen/glossar.md)
