Glossar / Begriff
A2A (Agent2Agent-Protokoll)
Das Agent2Agent-Protokoll (A2A) ist ein offener Standard, über den KI-Agenten verschiedener Anbieter einander finden, ihre Fähigkeiten beschreiben und Aufgaben untereinander austauschen.
Google hat A2A am 9. April 2025 vorgestellt. Am 23. Juni 2025 gab die Linux Foundation bekannt, das Protokoll als eigenes Projekt unter ihrer Verwaltung weiterzuführen. Spezifikation, Dokumentation und Referenzimplementierungen sind unter a2a-protocol.org und im zugehörigen GitHub-Projekt öffentlich zugänglich.
Wozu A2A dient
Während das Model Context Protocol (MCP) regelt, wie ein Agent Werkzeuge und Daten nutzt, regelt A2A, wie zwei Agenten miteinander arbeiten. Ein Beispiel: Der persönliche Assistent einer Kundin plant eine Reise und gibt die Hotelsuche an den Buchungsagenten eines Hotels weiter. Beide Agenten stammen von unterschiedlichen Anbietern, laufen auf unterschiedlichen Systemen und kennen das Innere des anderen nicht. A2A legt fest, wie sie trotzdem eine Aufgabe übergeben, Rückfragen stellen und Ergebnisse austauschen.
Zentrale Elemente
- Agent Card: ein maschinenlesbares Dokument, in dem ein Agent beschreibt, wer er ist, was er kann, wie er erreichbar ist und welche Authentisierung er verlangt. Die Dokumentation sieht als feste Adresse dafür
/.well-known/agent-card.jsonauf der Domain des Anbieters vor. - Aufgaben: Arbeit wird als Aufgabe mit eigenem Status übergeben. Sie kann sofort erledigt sein oder länger laufen, mit Zwischenständen und Rückfragen.
- Nachrichten und Artefakte: Agenten tauschen Nachrichten aus; die Ergebnisse einer Aufgabe werden als Artefakte zurückgegeben, etwa ein Dokument oder strukturierte Daten.
Die Kommunikation läuft über HTTP und baut auf verbreiteten Webstandards auf, unter anderem JSON-RPC 2.0.
Verhältnis zu MCP
A2A und MCP konkurrieren nicht. Die A2A-Dokumentation beschreibt die beiden Protokolle als Ergänzung: MCP verbindet einen Agenten mit seinen Werkzeugen, A2A verbindet Agenten untereinander. Ein Unternehmen kann intern mit MCP arbeiten und nach aussen einen Agenten über A2A anbieten, oder umgekehrt.
Einordnung
A2A ist jünger als MCP, und die Verbreitung in Assistenten für Endkundinnen ist geringer. Wer heute investiert, sollte deshalb prüfen, welche Gegenstellen das Protokoll tatsächlich unterstützen, statt auf Ankündigungen zu bauen.
Was das für ein Schweizer Unternehmen bedeutet
Für die meisten Schweizer Unternehmen ist A2A heute eine Beobachtungsgrösse, kein Sofortprojekt. Relevant wird es, sobald Partner, Plattformen oder grosse Kunden Aufgaben an Agenten übergeben wollen. Wer bereits einen sauber begrenzten MCP-Server betreibt, hat die wichtigsten Entscheidungen über Rechte und Grenzen dann schon getroffen.
Quellen
- Agent2Agent (A2A) Protocol: Specification a2a-protocol.org
- A2A Protocol: Agent Discovery a2a-protocol.org
- Google for Developers: Announcing the Agent2Agent Protocol (A2A) (9. April 2025) developers.googleblog.com
- Linux Foundation: Launch of the Agent2Agent Protocol Project (23. Juni 2025) linuxfoundation.org